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Psyche

Winterdepression – Das saisonale Leiden

Die dunkle Jahreszeit

Ende November – Auf Arbeit angekommen ist es noch dunkel. Erst langsam verteilt die Sonne ihre neblig-trüben Strahlen übers Land. Der bewölkte Himmel lässt kaum Farbe hindurch und so erhebt sich der Tag in einem seinem grauen Herbstgewand. Um 16.30, kaum hat man das Büro verlassen sind die wenigen Sonnenstunden auch schon vorüber und die Umgebung erstreckt sich in nächtlicher Finsternis.

Saisonale Stimmungsschwankungen

Melancholie

c) Lutz Stallknecht/ pixelio.de

Viele Menschen spüren die Symptome des so genannten Herbstblues oder der Winterdepression am eigenen Leib. Ein Prozent der Bevölkerung erkrankt sogar ernsthaft an ihnen. In der Fachsprache wird dieses Phänomen als saisonal abhängige Depression bezeichnet. Betroffene fühlen sich gelähmt, lustlos und unendlich traurig. Die Bewältigung des normalen Alltags wird für sie zur Last und zur Qual.

Die saisonale Depression sollte keineswegs als „Empfindlichkeit“ abgetan werden. Wie jede andere depressive Störung, handelt es sich um eine ernstzunehmende psychische Krankheit die schlimme Folgen mit sich ziehen kann. Jedes Jahr aufs neue, kann die Krankheit

das Wohlbefinden, den Alltag, das Familienleben und das Leben der Leidenden gefährden.

Gründe für den Winterblues

Gründe für die Herbstdepression sind vor allem genetische Veranlagung und der Mangel an Licht. Das Gleichgewicht von körpereigenen Botenstoffen gerät aus der Balance und der Serotoninspiegel sinkt. Serotonin, das Glückshormon ist für eine ausgeglichene Stimmungslage verantwortlich. Gleichzeitig steigt der Melatoninspiegel und mit ihm das Bedürfnis nach Schlaf.

Die heilende Kraft des Lichtes

Für die Behandlung saisonal bedingter Verstimmungen spielt daher Licht eine entscheidende Rolle. Spezielle Lichtquellen können das Tageslicht imitieren und somit das Gleichgewicht der Botenstoffe positiv beeinflussen. Leichte Verstimmungen können mithilfe einer Lichttherapie oft sehr erfolgreich behandelt werden. Schwere Depressionen bedürfen allerdings einer speziellen vom Arzt verordneten Kombinationstherapie die unter anderem die Lichttherapie, Psychotherapie, Sport oder künstlerisches Gestalten aber auch medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva mit einbegreifen kann.

Viel Bewegung an der frischen Luft, Tageslicht, Spaziergänge und sportliche Betätigung sind ungemein wichtig für Menschen die unter saisonalen Stimmungsschwankungen leiden. Trotz Antriebslosigkeit sollten sich Anfällige daher aufraffen, um so viel wie möglich bei Tageslicht zu unternehmen. Hilft das nicht, so hilft nur der Gang zum Spezialisten, um auch in der kalten Jahreszeit das Leben zu genießen.

Quelle: Bayrisches Fernsehen – br.de

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